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„Energiepaket“ ist eine Mogelpackung Die Verbund AG kündigt den Bau neuer Kraftwerke in der Steiermark an und feiert sich bereits als Sieger in der Auseinandersetzung um die 380 kV Leitung. Vorweg: Es ist erfreulich, wenn in der Steiermark wieder in neue Wasserkraftwerke investiert wird. Positiv hervor zuheben ist, dass das geplante Gaskraftwerk Mellach nach modernster Technologie einen hohen Effizienzgrad aufweisen wird. Ob die abgegebene Wärme tatsächlich im Großraum Graz durchgehend verwertet werden kann, darf bezweifelt werden. Eine regionale Aufteilung kleinerer Wärme- Kraftanlagen, die vorwiegend mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden, ist auf jeden Fall effizienter und trägt auch mehr zur Versorgungssicherheit bei. Allerdings muss sich die Verbund fragen lassen, warum die Steiermark zusätzlich zu dieser neu errichteten Leistung auch eine 380 kV Leitung braucht. Die „Analyse der Blackouts der letzten Jahre“ ergibt lediglich, dass die STEWEAG offensichtlich das 110 kV Netz und die Umspannwerke mangelhaft gewartet hat. Eine 380 kV Leitung kann Mastenbrüche auf der 110 kV Ebene nicht ersetzen, den Rauhreif-Belag in Umspannwerken nicht verhindern. Die projektierte 380-kV Leitung wurde zwar als „Steiermarkleitung“ eingereicht. Sie sollte jedoch „Slowakei-Italien- Transit- Route“ genannt werden. Sie macht nur Sinn, wenn auch die Verbindung zwischen Lienz und Cordignano (Italien) gebaut wird. Daher treibt die VERBUND die Projektierung dieses nächsten Nadelöhrs auf dem Weg nach Italien mit Hochdruck voran. In Italien sind die Strompreise hoch und in Nordostmitteleuropa niedrig. Das treibt die internationale E-Wirtschaft an. Daher hat sich die nationale italienische Energiegesellschaft ENEL in der Slowakei eingekauft und ist nun u.a. stolzer Mitbesitzer der Atomkraftwerke Bohunice und Mochovce. Andererseits hält die Verbund eine Beteiligung von 38 % an der italienischen „Energia“, dem zweitgrößten Stromverkäufer in Italien. Steirisch ist an der geplanten Leitung lediglich die geminderte Lebensqualität in 30 betroffenen Gemeinden.
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