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Alleinige Schuld für Stromausfälle trägt die Liberalisierung
„Ausfall jederzeit möglich“ übertitelt das "Industriemagazin" ein ausführliches Interview mit Herbert Hönlinger, als langjähriger Chef der Tiroler Landes E-Gesellschaft einer der dienstältesten Strombosse in Österreich. Hönlinger sieht die Ursachen der Netzzusammenbrüche dieses Sommers in Europa ausschließlich in der Liberalisierung der E-Wirtschaft. Auszug aus dem Interview:
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Industriemagazin: Stromausfälle waren jahrzehntelang kein Thema mehr. Jetzt sitzt plötzlich halb Skandinavien im Dunkeln, Italien erlebt ein dramatisches Blackout, in England fällt der Strom aus, von den USA gar nicht zu reden. Worauf führen Sie diese Zustände zurück?
Herbert Hönlinger: Das hat aus meiner Sicht ausschließlich mit der Liberalisierung zu tun – und mit nichts anderem. Im Gegensatz zur dominierenden Meinung in der Branche bin ich auch der Ansicht, dass bei der Situation am liberalisierten Markt mit der Entbündelung solche Ausfälle derzeit leider Gottes überall passieren können. Auch in Österreich, wobei wir noch den Vorteil der hohen Eigenproduktion mit schnell wieder hochzufahrenden Wasserkraftwerken haben.
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Tiwag-Chef Hönlinger setzt auf mehr und vor allem bessere Planung und Koordination – wie es sie in der Vergangenheit, als die Stromwirtschaft noch monopolisiert war und dezidiert nicht auf den Ausbau von Stromautobahnen. Er widerspricht deutlich der immer wieder geäußerten Behauptung, mehr Netzausbau bringe auch automatisch mehr Sicherheit:
„Diese Behauptung ist schlichter Unsinn. Das europäische Stromversorgungssystem ist aus Rentabilitätsgründen nicht gebaut worden, um gigantische Strommengen zu transportieren. Weil einzelne Regionen oder Staaten – so wie Italien – ihre Kraftwerkspläne nicht durchgebracht haben, schiebt man das Problem plötzlich auf die Netze. Man kann Italien auch nicht dadurch helfen, dass man plötzlich 43 Hoch- und Höchstspannungsleitungen baut.“
Das ganze Interview: http://www.industriemagazin.co.at/
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